Bye Chemnitz, auf nach “MOOCopoly” Lübeck!

Lübeck-Selfie

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In den letzten Wochen war es ganz schön spannend bei mir, nun habe ich die Zusage (ich hoffe mal, dass alle Gleichstellungspersonalratsirgendwasgremien entsprechend zustimmen, laut Aussage der Personalabteilung ist das in der Regel eine Formsache): Ich starte im November an der Fachhochschule Lübeck!

Ich werde von Knusperflocken auf Marzipan umschulen (alles gut: Amazon liefert), lernen, “viertel vor” zu sagen und mich supergesund mit frischem Fisch ernähren. Klar werde ich Chemnitz vermissen, vor allem die tollen Kollegen im näheren und weiteren sächsischen Umfeld (meine Grüße gehen hier vor allem Richtung Dresden ans SOOC- und SOOPAL-Team). Aber dafür haben wir ja dieses Internetdings, Konferenzen/EduCamps/sonstige Veranstaltungen und zur Not ca. 5h Autofahrt.

Ich freue mich sehr auf die neuen Aufgaben und das Team “Instructional Design” von Guido Kwast. Nicht ganz zufällig sitzt das Team rund um die Lübecker MOOCs (HanseMOOC, MarketingMOOCpMOOC) gleich um die Ecke ;) (oder über den Gang, ich weiß ja noch nicht, wo mein neuer Schreibtisch stehen wird), u. a. Andreas Wittke und Farina Steinert – den Rest lerne ich schnellstmöglich kennen. Nun drückt mir die Daumen, dass das mit der Wohnung noch klappt! Tipps und Hinweise rund um das Leben an der Ostseeküste nehme ich gern in den Kommentaren entgegen.

Muss man für erfolgreiche Lehre “der/die Auserwählte” sein?

Was man halt Samstag nachts so macht: ich bin auf ein Video gestoßen, in dem die Weihnachtsvorlesung meines ehemaligen Matheprofs Bernhard Ganter von einem (ehemaligen/immernoch?) Studenten vertont wurde. Die Folien stehen im Netz, ich frage lieber nicht, ob der Nutzer die Genehmigung dazu hatte.

tl;dr

Die Hattie-Studie bestätigt: es kommt auf den Lehrer an. Aber was ist, wenn das stimmt?

Zuerst möchte ich betonen: Ich fand diese Vorlesung sehr gut, sie ist mir noch sehr gut im Gedächtnis und ich werde mein Leben lang wissen, was invertierbare Matrizen sind, denn die Mischmaschmatrix ist nicht invertierbar, und deshalb kann man aus Teig keine Zutaten mehr machen. Ich habe mir die Definition von Plätzchen selbst für meine weihnachtlichen Übungen zur Prozessmodellierung vom Plätzchenbacken geliehen. Und ehe Prof. Ganter Panik bekommt: Ich habe in den Vorlesungen auch noch mehr gelernt. Zum Beispiel, was Schwellendidaktik ist, (weil der neue Harry-Potter-Band nachts verkauft wurde) :P

Aber das Video ist ein schönes Beispiel dafür: es kommt sehr auf die Lehrperson und deren didaktische Fähigkeiten an. Die Bemühungen des YouTubers in allen Ehren: keine Zusammenhänge, einfaches Ablesen der Folien etc. Das fetzt so nicht. Sorry. Inhalte UND Präsentation (nenn’ es  Didaktik) müssen stimmen. Bei Andreas Wittke lese ich das gerade immer wieder bestätigt, bspw. hier oder hier.

Aber was fangen wir mit diesen Erkenntnissen an? Die Pädagogen/Erziehungswissenschaftler sagen dann sicher so etwas wie “wir sagen seit Jahrenzehnten/-hunderten, dass es auf die Vermittlungsform ankommt.” Aber liefern sie hierfür Antworten? Warum habe ich meinem Matheprof damals so gebannt zugehört und finde das Video nicht gut? Gleichzeitig bin ich sicher, dass das Video aufgenommen vom Matheprof ein Hit wäre. Warum bekommt das Video vom Spritzgießen so viele Klicks, liebe Pädagogen? Warum basiert das Erfolgskonzept der Sendung mit der Maus so stark auf Armin, Christoph, Ralf und Malin?

Ich bin ja gerade etwas rumgekommen (#oerde14, #delfi2014 a & b, #q2p) und habe mit verschiedenen Rahmenbedingungen gearbeitet: In Präsenz akzeptiert man schlecht lesbare Folien aufgrund von Lichtverhältnissen oder miesen Ton aufgrund fehlender Mikrophone, wenn der Redner gut ist. Der kann ja nix dafür. Bei Videos im Web ist das oft anders: hier hat man es quasi selbst in der Hand – obwohl hier weitere Kompetenzen benötigt werden, die es in Präsenz oft nicht braucht oder die man dort outsourcen kann: Tonqualität, Lesbarkeit der visuellen Unterstützung etc.

Die Frage bleibt aber (vor allem an die Pädagogen/Erziehungswissenschaftler): Wie viel Instruktionsdesign ist möglich, was muss die Lehrperson mitbringen? Wie viel ist vom Rahmen abhängig? Und damit meinerseits vor allem: was kann der Rahmen leisten?

Seien wir ehrlich: wir erinnern uns an die coolen Profs vor allem daher, weil es genügend Profs gab, die weniger interessante Vorlesungen gehalten haben. Wo Licht ist, ist auch Schatten (5€ ins Phrasenschwein). Eine wissenschaftliche (nicht ganz unumstrittene) Fundierung geht seit etwa einem Jahr um: die Hattie-Studie bestätigt, dass es auf den Lehrer ankommt.

Dreimal die späten Gedanken gedreht: was ist eigentlich, wenn das stimmt? Kann man sich bei der Lehrmittelgestaltung, bei der Lehrmethodik, bei didaktischen Konzepten, bei Gamification und bei gestaltungsorientierter Didaktikforschung drehen wie man will, da ganze könnte ohnehin vor allem vom Lehrenden abhängen? Maskieren Lehrmethoden bestenfalls schlechte Lehrpersonen? Müsste man vor der Aufnahme eines Lehramtsstudiums oder vor der Einladung zum Berufungsverfahren auf die generelle Eignung als Lehrperson “testen” lassen?

Wollen wir an dieser Stelle weiterdenken? Und müssen wir das, wenn wir uns um den (online-/medialen) Rahmen von Lernangeboten geht?

[Workshop] Offen für alle! OER und MOOCs als Weiterbildungstrends #q2p

Logo Q2PAls Abschluss meiner “Conference Summer Tour 2014 – 3 Konferenzen in 7 Tagen” (#oerde14, #delfi2014 und #q2p) schaue ich noch im benachbarten Dresden vorbei. Offenheit und Hochschulen passt zwar ideell gut zusammen, in der Realität aber nur selten… AUßERDEM moderiere ich dort das Micro-Barcamp

Aktuell kann kaum bezweifelt werden, dass MOOCs (Massive Open Online Courses) oder OERs (Open Educational Resources) zu den vielversprechenden Trends im E-Learning gehören. Fast täglich erscheinen Berichte über MOOCs in wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder in traditionellen Massenmedien. Nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen (z.B. der Stifterverband der deutschen Wissenschaft oder die OECD) sprechen sich öffentlich und mit deutlicher Vehemenz für MOOCs aus. Etablierte Wirtschaftsunternehmen wie die Deutsche Telekom AG bringen sich in Stellung, um am Erfolg von MOOCs teilzuhaben. Die großen amerikanischen Anbieter von MOOC-Plattformen haben Risikokapital in zweistelliger Millionenhöhe eingeworben, um ihre Angebotspalette und Zielgruppe zu erweitern. Was jedoch steckt hinter dem Hype? Welche Ideen werden damit verfolgt? Wie können MOOCs und/oder OER im Hochschulbetrieb eingesetzt werden? Welche Vorteile ergeben sich insbesondere für den Bereich des Lebenslangen Lernens? Diese und andere Fragen werden innerhalb des Workshops thematisiert.

Wann und wo?: Freitag, 19.09.2014 um 12:45 14:30 Uhr, DIU Dresden International University

Referenz: Fischer, Helge; Lorenz, Anja; Franken, Oliver (2014): Offen für alle! OER und MOOCs als Weiterbildungstrends. In: Workshop auf dem Q2P-Forum “Visionen für die digitale Weiterbildung”, Medienzentrum Dresden, 2014.

[Publikation] OPAL als MOOC-Plattform: Ein Lernmanagementsystem wird geöffnet #delfi2014

Logo DeLFI 2014Der SOOPAL-Kurs ist nun schon eine Weile abgelaufen, wir arbeiten noch an der Dokumentation. Zeit für Rückblicke: Ein LMS als MOOC-Plattform? Srsly?

Massive Open Online Courses (MOOCs), insbesondere die instruktionsorientierten xMOOCs, werden häufig auf speziell dafür entwickelten Plattformen, wie Coursera, edX oder iversity durchgeführt. Nachdem deutsche Hochschulen in den letzten Jahren in Lernmanagementsysteme (LMS) investiert haben, liegt es nahe, deren Tauglichkeit für die Realisierung der neuen offenen Lehr-/Lernformate zu testen und hierfür auszubauen. Im Beitrag werden die bisherigen Erfahrungen aus dem Projekt SOOPAL, in dessen Rahmen das hochschulübergeifende LMS OPAL als MOOC-Plattform eingesetzt wird, dargestellt. Dabei werden die Möglichkeiten und Herausforderungen, die bei der Konzeption und Erstellung des Kurses auftraten, sowie die nötigen Anpassungen des LMS beschrieben.

Wann und Wo?: Mittwoch, 17.09.2014: um 13:30 – 14:50 Uhr, HS1199 Universität Freiburg

Referenz: Lorenz, Anja; Müller, Maria; Stritzke, Kristin; Morgner, Sven (2014): OPAL als MOOC-Plattform: Ein Lernmanagementsystem wird geöffnet. In: Die e-Learning Fachtagung Informatik (DeLFI 2014), Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) Freiburg, 2014. (PDF)

[Publikation] Digital Badges zur Dokumentation von Kompetenzen: Klassifikation und Umsetzung am Beispiel des Saxon Open Online Courses (SOOC) #delfi2014 #delfigames

Logo DeLFI 2014Im Workshop-Programm der DeLFI 2014 stellen wir das Badge-Konzept im SOOC vor. Der Workshop ist ein “Flipped Workshop” (weil Christian Spannagel gerade alles flipped), d.h. der dazugehörige Vortrag steht schon aufgezeichnet auf YouTube (hier hatte ich eine kurze Anleitung dazu geschrieben). Was meine Kollegen mich nun oft gefragt haben: Was macht man dann vor Ort? Ich finde es heute für Euch raus!

Digital Badges sind nicht nur bewährte Elemente in Spielen, die das Erreichen einer bestimmten Stufe oder das Erfüllen einer Aufgabe bestätigen. Als Zertifizierungsmöglichkeit für Kompetenzen wird ihnen viel Potential vor allem für das plattformübergreifende Lernen sowie motivationale Aspekte zugeschrieben. In diesem Beitrag werden neun Dimensionen zur Einordnung von Digital Badges zusammengetragen und mögliche Ausprägungen diskutiert. Eine Validierung des entstandenen Klassifikationsschemas erfolgt durch die Analyse von Plattformen, die bereits Digital Badges einsetzen. Im Saxon Open Online Course 2013/14 (#SOOC1314) wurden zwei verschiedene Arten von Digital Badges eingesetzt, um Teil- und Gesamtleistungen zu bestätigen und die Transparenz des Bewertungssystems zu verbessern.

Wann und Wo?: Montag, 15.09.2014 um 09:00–17:30 Uhr, Universität Freiburg

Referenz: Lorenz, Anja; Meier, Stefan (2014): Digital Badges zur Dokumentation von Kompetenzen: Klassifikation und Umsetzung am Beispiel des Saxon Open Online Courses (SOOC). In: Rensing, Christoph; Trahasch, Stephan (Hrsg.): Proceedings der Pre-Conference Workshops der 12. e-Learning Fachtagung Informatik (DeLFI 2014), S. 254–261, Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) CEUR, Freiburg, 2014, ISSN: 1613-0073. (KonferenzwebseiteWebseite des Workshops “Spiele und Spieleelemente in Lernkontexten”, VolltextSlides, Video)

[Panel] Open Educational Ressources und ihre Rolle an Hochschulen – Unter welchen Bedingungen Hochschulen OER nutzen, erzeugen und bereitstellen #OERde14

Logo OERde14Mein erstes Panel! Und dann noch zu diesem tollen und wichtigen Thema mit so tollen Gesprächspartnern! Bestimmt 100mal besser als AnneWill & Co.!

Hochschulen haben ein schwieriges Verhältnis zu Open Educational Ressources. Während sie einer der wichtigsten Akteure der Nutzung und Produktion sein könnten, so führen Unsicherheiten bei rechtlichen Fragestellungen sowie fehlende Anreize, Inhalte öffentlich bereit zu stellen, oftmals zu keiner aktiven Beteiligung auf diesem Feld. Der Beitrag möchte Unterschiede in der Beteiligung, Hindernisse aber auch Anreize und Beispiele entsprechender Aktivitäten an Hochschulen vorstellen und diskutieren und dabei auch einen Blick auf den europäischen Kontext werfen. Auch wird die Frage nach einer OpenContent-Strategie für Hochschulen gestellt und dabei die Rolle von Akteuren wie z.B. Zentren betrachtet.

Wann und wo?: Samstag, 13.09.2014, 13:00–13:45 Uhr im Raum Shakespeare (2. OG), Urania Berlin

Referenz: Bremer, Claudia; Deimann, Markus; Ehlers, Ulf-Daniel; Schmidt, Markus; Lorenz, Anja (2014): Open Educational Ressources und ihre Rolle an Hochschulen – Unter welchen Bedingungen Hochschulen OER nutzen, erzeugen und bereitstellen. Podiumsdiskussion auf der OER-Konferenz 2014, Berlin. (Slides von Anja)

[Publikation] Vom Raum in die Cloud: Lehren und Lernen in cMOOCs #gmw14

Logo GMW14Aktuell findet in Zürich die GMW 2014 unter dem Motto “Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken” statt. Leider kann ich nicht vor Ort dabei sein, die Tweets helfen aber. Dafür sind Daniela und Nina aus dem SOOC-Team vor Ort und präsentieren dort unseren Beitrag gemeinsamen Beitrag “Vom Raum in die Cloud: Lehren und Lernen in cMOOCs”. Sehr cool daran ist: der Beitrag steht offen und kommentierbar im Netz.

Konnektivistisch ausgerichtete Massive Open Online Courses (cMOOCs) sind eine Form des Lernens ‚in der Cloud’. Die Entscheidung, die Orientierung gebenden Grenzen gewohnter physischer und virtueller Lernräume (Vorlesungssaal, LMS) zu überschreiten und den Lernprozess in ein in jeglicher Hinsicht offenes Netzwerk zu transferieren, stellt Lehrende wie Lernende vor die Herausforderung, Aspekte wie Verortung, Sichtbarkeit und soziale Beziehungen neu zu gestalten. Der Artikel analysiert cloud-spezifische Besonderheiten des Lehrens und Lernens anhand von Erfahrungen und Evaluationsergebnissen des Saxon Open Online Course (SOOC). Er liefert damit einen Beitrag zur Diskussion um die bleibenden Potenziale des MOOC-Formats im Bereich der akademischen Aus- und Weiterbildung.

Wann und Wo?: Donnerstag, 04.09.2014: 13:00–13:30 Uhr im Track MOOCs 2: Kursräume: Massive Open Online Courses (MOOCs) & Co; Ort: LAA-M021; Chair: Sandra Hofhues, Zeppelin Universität

Referenz: Pscheida, Daniela; Lißner, Andrea; Lorenz, Anja; Kahnwald, Nina (2014): Vom Raum in die Cloud: Lehren und Lernen in cMOOCs. In: 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW14): Lernräume gestalten – Bildungskontexte vielfältig denken, Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft 2014.

Anmerkung

Dies ist der erste Beitrag in der Reihe “Anja wollte im Sinne des Open-Science-Gedanken mehr über das bloggen, was sie so für Steuergelder macht”. Dabei fange ich Low-Level an: Informationen zu Publikationen posten, abgeschaut bei Steven Downes und Martin Ebner. Zu den Beiträgen werden ggf. auch später noch Links zu Volltexten, Slides etc. ergänzt, Updates gibt es dann auf Twitter.