L3T 2.0 – Ein Camp in Chemnitz!

Fast drei Jahre sind seit der Veröffentlichung des Lehrbuchs für Lernen und Lehren mit Technologien vergangen und in diversen Blog-Beiträgen habe ich über das Projekt, das durchaus mehr als ein BUCH ist, berichtet. Nun soll das Buch aktualisiert werden, denn veraltete Literatur zum Thema gibt es genug (und bei dieser rasanten Entwicklung sind drei Jahre durchaus eine Zeit, in der Inhalte veralten können).

Die Herausgeber des Buchs (Sandra Schön und Martin Ebner) wissen natürlich noch aus der letzten Ausgabe: Ein Lehrbuch zu erstellen ist Stress! Und wenn man dann schon diesen Stress hat, dann muss man den vielleicht nicht so lange haben, sondern intensiv und dafür kurz. Keine schlechte Idee. Aber wie schafft man das? Mit einem guten Vorsatz:

Und das Tolle ist: Eines dieser Camps wird in Chemnitz sein!

Aber was heißt das?

Ehrlich gesagt: Ich habe nur eine vage Ahnung davon und auch unter den verschiedenen Camp-Leitern entsteht hier gerade erst eine Vorstellung. Aber ich will diesen Blogpost nutzen, um die wesentlichen Eckpunkte von L3T und des Camps zu vermitteln (was auch den Vorteil hat, dass ich auf diesen Post verlinken kann, wenn ich Personen direkt anspreche, vielleicht sind/bist Sie/Du gerade über einen solchen Link hier her gekommen). Das heißt aber auch: Der Post wird etwas länger, bitte ggf. Teile überspringen :)

Was ist L3T?

L3T ist die Kurzform für das Lehrbuchs für Lernen und Lehren mit Technologien, das Anfang 2011 veröffentlicht wurde. Diese erste Ausgabe wurde unter der Mitarbeit von 115 Autoren, über 80 Gutachtern erstellt und ist ganz traditionell als Print-Ausgabe in Hardcover/Farbe sowie Softcover/Schwarz-Weiß entstanden (es können sogar einzelne Kapitel als individuelle Zusammenstellung bestellt werden), ABER eben auch unter eine Creative Commons Lizenz (CC-BY-NC-ND). Das heißt: Jedes Kapitel steht als PDF online und kann kostenfrei von jedem eingesetzt werden. Und das ohne auf die Qualitätssicherung zu verzichten. Dadurch waren auch namenhafte Autoren wie Rolf Schulmeister, Gabi Reinmann oder Peter Baumgartner von Anfang an dabei.

Aber L3T war nicht nur ein Buch. Im Rahmen dieses Projekts gab es noch ganz andere Aktionen, z. B.

  • L3T on Tour: Nach der Veröffentlichung wurden Bücher auf reisen geschickt, in denen sich die Autoren verewigen und den aktuellen Standort mit einem Foto auf einer Karte eintragen sollten: http://l3t.eu/ontour/
  • O3R-Reihe: In weiteren Publikationen um L3T und Lernmaterialien erschien eine Schriftenreihe (natürlich auch unter CC-Lizenz): http://l3t.eu/oer/
  • L3T’s Talk: In einer Vortragsreihe sprachen verschiedene Experten zu Lehrmaterialien und deren Zukunft: http://l3t.eu/talk/
  • L3T’s Work: In einem Expertenworkshop wurde auf die Zukunft von Lernmaterialien “gewettet”: http://l3t.eu/zukunft/

Außerdem hat das Projekt ein paar Preise gewonnen. Durch einen davon (NetIdee) ist es auch möglich, die Camps etwas zu unterstützen. Das heißt konkret: wir bekommen Kaffee, Kekse und Werbematerial!

Was soll L3T 2.0?

Natürlich gibt es bereits eine Projektseite, auf der folgende Punkte “geklaut” sind (der Zustimmung der Autoren bin ich mir sicher):

Das Ziel von L3T 2.0 ist ganz klar: Das Lehrbuch soll eine neue Auflage erhalten. Das bietet auch die Möglichkeit, die Kapitel diesmal gleich unter CC-BY-SA-Lizenz zu stellen, womit die Kapitel auch modifizierbar sein sollen. Hierfür gibt es eine Reihe regionaler Anlaufstellen – die Camps – in denen die zweite Auflage vorangetrieben werden soll. Hier werden Arbeitsmöglichkeiten bereitgestellt und nicht zuletzt die Neuauflage zum Event werden, der auch einen gewissen PR-Charakter in sich trägt. Berichterstattung über Social Media ist dabei selbstverständlich (muss aber von den Camps getragen werden). Dazu soll

zwei Mal auf Tag “Auf Sendung” ge[gangen werden] und ein “rasender Reporter” wird von Camp zu Camp reisen und von dort berichten.

Innerhalb dieser Tage werden nicht nur Autorinnen und Autoren arbeiten, sondern es braucht auch

zahlreich[e] weiter[e] Aktiv[e], die sich als kompetente Reviewer, Lektoren, Layouter, Unterstützer, Kommunikator, Camp-Host usw. einbringen wollen. Diese Unterstützung ist durchaus auch stundenweise und von “zuhause” möglich – auf alle Fälle sollte man jedoch schon vor Tag 1 wissen wie’s geht. [Mitmachen!]

Aktuell ist über die sieben Tage folgender Zeitplan angedacht:

 Die 7 Tage: Ein erster Plan

  • Tag 1 (Dienstag, 20.8.13): Start und schreiben
  • Tag 2 (Mittwoch, 21.8.13): Schreiben
  • Tag 3 (Donnerstag, 22.8.13): Start Review und Überarbeitung
  • Tag 4 (Freitag, 23.8.13): Review und Überarbeitung
  • (Sa/So, 24./25.8.13 – frei!)
  • Tag 5 (Montag, 26.8.13): Lektorat und Layout
  • Tag 6 (Dienstag, 27.8.13): Lektorat und Layout
  • Tag 7 (Mittwoch, 28.8.13): Finalisierung und Party

Etliche weitere Aktivitäten laufen parall oder nach eigenen Regeln, z.B.:

  • Covererstellung,
  • L3T-Foto-Camp (Fotos für Cover)
  • L3T-Bib-Team für alles rund um Literatur
  • L3T-Abb-Team für Abbildungen aller Art
  • L3T-Tech-Support für technische Fragen aller Art
  • L3T-Support für Fragen aller Art
  • L3T-Blogger
  • unser rasender Reporter
  • L3T-TV-Team
  • etc. etc. – Ihr habt bestimmt auch eigene Ideen!

Die endgültige Veröffentlichung ist dann bis spätestens November 2013 angedacht.

Das L3T-Camp in Chemnitz

Und nun die beste Nachricht: Eines dieser Camps wird in Chemnitz stattfinden! Wir haben mit der Universitätsbibliothek einen kompetenten Partner im Open-Access-Bereich gefunden und uns wird der zentrale Schulungsraum über die gesamte Zeit zur Verfügung stehen. Das heißt, wir haben Platz für mindestens 15-20 Personen, wir haben EduRoam und stationäres Internet, Kaffee und sicher auch Schokolade – und damit alles, man braucht :D

Wo liegt eigentlich Chemnitz?

“Das ist doch irgendwo in Sachsen”

Ja genau. Genau das habe ich ja damals auch gedacht (ich habe in Dresden studiert und kannte Chemnitz nur von der Durchreise zu meinen Großeltern). Konkret gesagt: Wir liegen sehr sehr zentral zwischen allen L3T-2.0-Camps:

L3TCamp_Map_kleiner

Chemnitz liegt sehr idyllisch am Rande des Erzgebirges und ist die drittgrößte Stadt in Sachsen. Der Schulungsraum der Bibliothek, in dem das Camp stattfinden wird, ist keine 3min vom Hauptbahnhof weg. Chemnitz hat außerdem die günstigsten Hotelpreise in Deutschland ^^ (bei der Suche nach Zimmern von anspruchsvoll nach supergünstig helfe ich gern weiter).

Und was machen wir dort?

Zu den inhaltlichen Aktivitäten werden wir uns einerseits am oben stehenden Grobplan orientieren. Aber wir sind auch noch offen, das Chemnitzer Camp in eine “Spezialrichtung” zu treiben. Durch meine Projektnähe zum eScience-Netzwerk Sachsen kann ich mir hier besondere Schwerpunkte vorstellen, aber auch die Abkürzung des Camp Chemnitz (CC) drängt sich für eine inhaltliche Spezialrichtung nahezu auf. Kurz gesagt: Hier bin ich auf den Input der Camper angewiesen und das wird sich (da bin ich sicher) in der nächsten Zeit konkretisieren.

Auch rings herum hat Chemnitz einiges zu bieten: Die Nähe zum Erzgebirge, Dresden oder Leipzig, die durchaus bekannten Kunstsammlungen und das Museum Gunzenhauser, die Bedeutung als Industriestandort, der Sitz der chemmedia als eines der Top-10-Unternehmen im E-Learning-Bereich (PDF), die BPS als sachsenweiter Dienstleister einer universitären LMS-Infrastruktur, der Kaßberg als jugenstilarchitektonische Besonderheit… ich glaube, hier lässt sich ein interessantes Rahmenprogramm stricken. Aber das machen wir anhand der Vorlieben der Teilnehmer aus.

Und nun?

Egal ob (potentieller) Autor, interessierter Leser, Student oder auf eine andere Art angesprochener (oder angesprochen gefühlter) Leser: Chemnitz needs you! Es gibt eine ganze Menge in den 7 Tagen zu tun: Kapitel schreiben, begutachten, in Fachdatenbanken eintragen, Literatur recherchieren, geeignete Bilder finden oder erstellen, das Camp im Social Web bekannter machen, Metadaten in Social-Bookmarking-Plattformen einstellen, Videos erstellen, Fallstudien schreiben, Aufgabe formulieren…

Dabei können wir (leider) kein Honorar bieten, unterstützen aber immer im Rahmen unserer Möglichkeiten: Publicity, Mitautorenschaft, Namensnennung auf den L3T-Seiten, Seminararbeitsthemen, Abschlussarbeiten, Ausstellung von Bescheinungen über Aufgaben beim L3T-Camp… und sind hier in alle Richtungen offen!

Bei Interesse bitte melden bei Anja Lorenz.

[L3T] Seid dabei: Das L3T 2.0 Community-Video

L3T 2.0, also die zweite Auflage des Lehrbuchs für Lernen und Lehren mit Technologien, rückt näher. Bis dahin soll ein Community-Video entstehen und jeweils zur Mitte des Monats veröffentlicht werden. Martin hat das schon einmal vorgemacht: https://plus.google.com/u/0/115171554577664188708/posts/AW18N4Dxq5L. Die bebilderte Anleitung ist hier zu finden: http://l3t.eu/2.0/archive/130, für die ungeduldigen:

  1. Bild auswählen

    Bild 1 – Bild 2 – Bild 3 – Bild 4 – Bild 5 – Bild 6 – Bild 7 – Bild 8 – Bild 9 – Bild 10

  2. Ausdrucken und nach Wunsch frei gestalten

  3. Sich selbst mit dem Bild auf einem Foto verewigen

    Das aus Bild sollte ganzflächig zu sehen sein und mittg ausgerichtet sein. Als Hilfestellung haben wir dafür „Haltegriffe“ auf den Bildern angebracht.

    Achtung: Damit die Bilder später alle gleich groß sind, müssen sie ggf. von uns zugeschnitten werden!

  4. Das Foto von sich mit dem L3T-2.0-Bild an jfrey@student.tugraz.at  schicken

    Betreff: Community-Video – 0 (Hier bitte die Nummer des ausgewählten Bildes angeben)

Danke!

„Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“

[L3T] Feedback erwünscht :-)

L3T 2.0, die Neuauflage des Lehrbuchs für Lernen und Lehren mit Technologien soll im August entstehen. Martin Ebner ruft dazu im e-Learning Blog der TU Graz zu Feedback zu einzelnen Kapiteln und weiteren nötigen Themen für die Neuauflage auf:

L3T Feedback

Im Rahmen von L3T 2.0 möchten wir die aktuellen L3T-Kapiteln entrümpeln und aktualisieren – da wo es Euch notwendig erscheint. Wir sind sehr gespannt darauf: Wie und wo können die bestehenden Kapitel überarbeitet werden? Sind sie noch aktuell?
Wer Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder Erweiterungsmöglichkeiten zu einem der bestehenden Kapitel hat, ist herzlich eingeladen diese in unseren Feedback-Dateien anzubringen!

Um ggf. Nachhaken zu können wäre es schön, wenn die Kritik mit Eurem Namen versehen ist – muss aber nicht zwingend sein.

Auch Vorschläge für Erweitungen und neue Kapitel sind erwünscht!

Eine Übersicht über alle Kapitel und Links zu den Kommentar-Pads findet sich hier

Educamp Ilmenau #ecil12 – Meine Session zum Tracking von L3T/OER

Ich kam mir ja schon fast wie auf Werbetour vor (das war auch ein wenig beabsichtigt, den ich halte es nach wie vor für ein tolles Projekt): Ich hatte das L3T-Konferenzbuch und auch ein paar Flyer dabei, um das Buch im Vorfelde der Session bekannt zu machen. Denn obwohl recht viel dazu gelaufen ist, ist es an vielen bislang noch vorbei gegangen. Und was bei den Herausgebern vor allem vorbeigeht ist der Einsatz des Buches, der Kapitel, der Aufgaben.

Die Session wurde angekündigt und am Samstag eingetaktet. Wie beim OERCamp sollte Martin (@mebner) per Google+Hangout hinzukommen, ich habe dieses mal vor Ort moderiert. Die Session habe ich anschließend in einem Kurzvideo so zusammengefasst:

Noch einmal zu den beiden Hauptpunkten:

  • Feedback wird nicht gegeben, weil zunächst die offenkundige Aufforderung fehlt (selbst ich hatte Schwierigkeiten in der Session, die genutzten Social-Media-Verlinkungen zu finde). Aber vor allem ist es auch nicht üblich, einem Herausgeber oder Autoren Feedback zu geben. Wir schimpfen zwar über schlechte Lehrbücher, aber wer hat sich denn schon einmal an die Herausgeber oder die Urheber direkt gewandt? Ist das eine Mentalitätsfrage oder muss/kann es noch irgendwie unterstützt werden?
  • Obwohl OER unter CC-Lizenz stehen ist “remix & share” trotzdem befremdlich, d.h. als Buch angelegtes OER zu “zerschneiden”, indem man einzelne Teile herauslöst, ggf. anpasst oder neu zusammensetzt. Martin meint schon seit einer ganzen Weile, dass das PDF nicht alles sein kann und das hat sich hier bestätigt. Warum sollte man auf einmal anfangen, mit einem digitalen Lehrtext anders umzugehen, als mit einem Buch? Die Antwort muss sein: weil es geht. Und dafür muss es aber auch gehen. Aber nicht nur die technische Frage nach dem richtigen Format stellt sich hier, sondern auch eine ideelle. Ich habe sogar das Gefühl, dass gerade dadurch, dass L3T durch einige Stufen zur Qualitätssicherung gegangen ist, ist einde höhere Hürde dabei, es zu verändern.

Die Session selbst empfand ich als sehr produktiv, es wurden wesentliche Schwachpunkte identifiziert und die Reaktionen zeigten, dass wir manchmal wohl doch in solchen Projekten drinstecken. Ich war hinterher ganz schön platt: Gleichzeitig moderieren und inhaltlich mitziehen (noch dazu bin war ich ja auch ein wenig aufgeregt) zusammen mit den anderen Sessions war nicht ohne. Aber ich war doch überrascht, wie gut der/die/das Hangout funktioniert hatte.

Für die angesprochene Neuauflage gibt es auch schon einen Aufruf, wie verwöhnt als Video:

Educamp Ilmenau #ecil12

Ich mag dieses Bild. Es ist bei der Session von @FrauFridur zur Bildungsutopie entstanden und zeigt dabei so viele Aspekte des EduCamps.

Nach den EduCamps in Bremen und Köln war das 10. EduCamp in Ilmenau also mein drittes EduCamp – und dabei das erste, das ich nur zum “Selbstzweck” besucht habe (die anderen beiden konnte ich mit der MLCB11 bzw. der DGI12 verbinden). Ich gehöre also nicht zu den “alten Hasen”, bin aber auch kein Newbie mehr und durchaus mit den Regeln des EduCamp-Prinzips vertraut (@gibro und @empeiria haben in ihren Blogs noch einmal daran erinnert). Ich hatte im Vorfeld ein paar Sessions im Forum vorgeschlagen, mit- und andiskutiert, wollte mir aber bewusst sehr kurzfristig überlegen, ob und was ich dann tatsächlich anbieten soll. Denn das ist einer der Punkte an einem EduCamp, den ich besonders schätze: die Möglichkeit, (subjektiv) aktuelle Themen vorzuschlagen und in einer stark interdisziplinären Community diskutieren zu können.

Mir ist der Thüringer Wald eigentlich sehr gut bekannt (jahrelang haben wir Silvester in Suhl verbracht und kennen auch Oberhof, Sonneberg, Meiningen, Ohrdruff, Lauscha, Gotha u.v.m.), nach Ilmenau hatte es uns aber noch nicht verschlagen. Aber es ist sehr schön hier und das bei diesem Wetter: 25°C im Oktober! Ilmenau war Ausrichter des ersten und dritten EduCamps, die ich aber zum Vergleich nicht heranziehen kann (ist also nur für die Statistik). Die Ausrichtung in einer Uni hat schonmal einen Vorteil: Es gibt Eduroam, für die quasi überlebenswichtige WLAN-Verbindung ist also gesorgt. Ebenso waren alle Räume mit Beamer und Tafel ausgestattet. Die Infrastruktur zusammen mit der tollen Orga und den Helfern bot ein ideales Umfeld für das EduCamp.

Die Beschreibung der Sessions ist mir jetzt irgendwie ausgeartet, die kommt noch einmal hier.

Na dann geht es los: 5-Finger-Feedback!

Daumen: Das wa super! Das Organisationsteam und vor allem die vielen Helfer waren unschlagbar: Egal wie oft man doch noch mal an seine Tasche musste oder ob man Hilfe bei der Raumtechnik brauchte: die vermutlich überwiegend Studenten waren immer freundlich, locker und hilfsbereit und es war auch immer etwas Zeit, sich persönlich noch einmal auszutauschen. Die Themen waren aus meiner Perspektive abwechslungsreich und ich hatte oft auch Probleme, mich für eine Session zu entscheiden.

Zeigefinger: Das könnte man besser machen! Nun folgt “Meckern auf hohem Niveau”. Das Quiz am Freitag war gut und für Nicht-Kneipenquiz’ler war es sicher auch schwer genug. Sollte man sowas wiederholen wollen (und für eine spielerische Quizzerei wäre ich auf alle Fälle) kann man sich bspw. mal an Bildungsthemen oder stärker noch örtliche Gegebenheiten herantrauen. Am Sonntag fehlte die Vorstellungsrunde und auch die Newbie-Begleitung schien nicht vorhanden bzw. nur individuell organisiert gewesen zu sein. Ja klar, ich habe es damals auch ohne geschafft, aber ich fand das Angebot in Köln (?) sehr gut und würde mich gern da auch selbst einbringen (ich brauche aber vermutlich vor dem #echh13 eine Erinnerung).

Mittelfinger: Das hat mir gar nicht gefallen! Eigentlich möchte ich gar nicht mehr so viel dazu sagen, hier wird an anderer Stelle genug diskutiert. Vielleicht allgemein: Diskussionen sollten zu jedem Zeitpunkt konstruktiv geführt werden. So wie das bei @jmm_hamburg gelaufen ist: es hat ihn etwas gestört und das ganze war dann Anlass zu einer Session. Ohne böses Blut, aber um dennoch darauf hinzuweisen. Und ich kann nur noch einmal betonen: Ich fände einen Crowdfunding-Versuch gut und interessant, sehe aber auch Gefahren, dass es nicht klappen könnte. Einfach hinschmeißen erspart diese Herausforderung.

Ringfinger: Das nehme ich mit! Ich werde Sketchnotes weiter verfolgen und wo es geht ausprobieren. Ich werde die Akademie 2.0 soweit es geht verfolgen, ich bin gespannt, wie sich dieses Projekt weiterentwickelt. Ich werden versuchen, am L3T 2.0 mitzuwirken. Ich werde das ZUM-Wiki und die WikiVersity erwähnen, wo ich kann. Ich werde die Bildungsutopie nicht aus den Augen verlieren. Ich werde weiterhin schauen, dass ich andere beim UrhG-konformen Einsatz von Medien helfen kann. Ich werde es hoffentlich schaffen, das BarCamp-Format mal im Verein zu testen. Ich werde die Kontakte aus dem EduCamp halten. Ich werde (hoffentlich) zum @echh13 kommen.

Kleiner Finger: Das ist mir zu kurzgekommen! Bei 30 Sessions hätte ich einige Sessions gern auch noch besucht. Und natürlich hätte ich auch von Ilmenau gern mehr gesehen. Aber ich kann mich nunmal nicht verteilen. Sicher konnte ich auch nicht mit jedem in dem Umfang sprechen, wie ich es mir gewünscht hätte. In anderen Blogs wird der politische Impact des EduCamps thematisiert, aber da sehe ich das anders: Das EduCamp ist keine politische Veranstaltung und soll keine werden. Es geht nicht darum, Meinungen und Haltungen zu diskutieren, es geht auch nicht um richtig und falsch. Es geht um einen Rahmen, in dem  ungezwungen von disziplinären Schranken und konkreten Zielen ein Austausch stattfinden kann. Ohne Vorgaben, ohne nötige Themen, ohne Gewinner und Verlierer, ohne Regierung und Opposition.

High-Five für L3T’s Work

Seit einer guten Woche bin ich nun aus Bad Reichenhall zurück und verfolge die “Nachbeben” von L3T’s Work auf den bekannten Kanälen (Blog, Twitter). Neben den veröffentlichten Videos (1, 2, 3, 4), die während der Veranstaltung aufgenommen und bereits zur Abschlusspräsentation geschnitten und vorführfertig(!) waren, veröffentlichen einige Teilnehmer ihre persönlichen Eindrücke in ihren Blogs. Das Feedback ist dabei durchweg positiv ohne zu einer Lobhudelei auszuarten (die an vielen Stellen nicht unverdient wäre) und auch nicht ohne einige nicht ganz so glatt gelaufenen Methoden anzusprechen (ich sag nur: Summen als Abstimmungsmethode kommt wohl in die Schublade “Trial but Error”). Ich will das in diesem Post auch mal versuchen und dabei gemäß des Leitspruchs “eat your own dogfeed” nach dem 5-Finger-Feedback machen, mit der wir unsere Studenten im Seminar zu konstruktiven Rückmeldungen nötigen.

„Das war super!“

Hier ist es schwer, auszuwählen, hervorheben woll ich aber die Organisation. Der Workshop verlief ergebnisoffen, war aber dennoch durch die verschiedenen eingesetzten Methoden nicht etwa ziellos. Vielmehr wurde auf verschiedenen Wegen versucht, das was Lehr- und Lernmaterialien in der Zukunft ausmachen werden, zu erfassen und zu beschreiben. Dabei wurden sowohl Wünsche, als auch deren Konsequenzen erfasst, es wurden verschiedene Perspektiven eingenommen und auch zwischen wünschenswerten als auch realistischen Visionen unterschieden. Das alles war aber nur dadurch möglich, dass der Workshop von Anfang bis Ende sehr gut geplant und liebevoll vorbereitet war (allen voran die tollen Zeichnungen von Sandra, Elisa und Anna). So stand am Ende eines jeden “Programmpunktes” ein Ergebnis, ohne dass wir Teilnehmer zu sehr auf dieses eingeschworen und hierdurch vielleicht kreativ eingeschränkt waren. So konnte man sich auf die offene Arbeitsweise einlassen und erste Unsicherheiten, was das eigentlich wird, waren schnell überwunden. Und auch die Workshop-begleitende Dokumentation war toll: Wo gibt es schon am letzten Tag 4 fertige Videos, die die Ergebnisse des Workshops zusammenfassen. Auch das klappt nur mit einer immensen Vorbereitung.

„Das könnte man besser machen!“

Da fallen mir eigentlich nur die Kleinigkeiten ein, die schon während des Workshops angesprochen und oft auch gleich behoben wurden: Abstimmen durch Summen (ich muss schon wieder damit anfangen, aber es ist nunmal das beste Beispiel. Zwar konnte man durch die Summintensität die Stimmabgabe variieren, aber der(die?) Phyiker unter uns haben die Schwächen dieser Methode schnell gesehen: Sitzposition und Frequenz gehen unterschiedlich in die Messung ein. Schöne Idee, aber leider untauglich. Dann wurde eben traditionell abgestimmt.

Ebenso wurde dem Bedürfnis, Kontaktdaten untereinander gleich nachgekommen. Mail-Adressen, Webseiten und Twitter-Nicks wurden gesammelt und später ausgeteilt. Also auch hier alles gut.

„Das hat mir gar nicht gefallen!“

Das Wetter.

Und dass ich mit vielen Inspirtationen und Ideen nach Hause gefahren bin, für die ich jetzt keine/kaum Zeit zu haben scheine…

Der Stinkefinger ist daher auch nicht richtig getraut. Nicht, dass ich den nicht könnte, aber ich muss ihn auch meinen. Und das ist hier nicht der Fall.

„Das nehme ich mit!“

Joachim Wedekind schrieb auf einem Anreisetweets, er freue sich auf die Menschen und Inhalte in dieser Reihenfolge. Und das war es: Die Teilnehmer hatten sehr unterschiedliche Hintergründe und gerade diese Mischung ermöglichte vielseitige Diskussionen aus verschiedenen Perspektiven und man war nicht in seiner (Hoch-)Schul-, Unternehmens- oder Verlagssicht gefangen sondern bunt durchgemischt. Auch wenn ich nicht mit jedem gleichermaßen intensiv ins Gespräch gekommen bin, so habe ich doch von jedem einen bleibenden (ausnahmslos positiven) Eindruck mitgenommen, was in “klassischen” Konferenzen und Workshops bisher nicht der Fall war. Das Ziel von L3T’s Work, die Pausengespräche in die Veranstaltung zu holen, wie Martin Schön es formuliert hatte, war damit meinerseits voll erfüllt. Danke auch hierfür. Ich hoffe, dass sich über L3T’s Work hinaus hier auch Möglichkeiten zur weiteren gemeinsamen Arbeit ergeben werden.

„Das ist mir zu kurz gekommen!“

Ehrlich gesagt: Der gesamte Workshop. Gerade bei dem Markt der Visionen und dessen Auswertung hätte ich aber schon gern einerseits bei mehreren Themen mitgearbeitet, andererseits die Ergebnisse gern noch diskutiert. Aber Zeit ist nunmal endlich und daher war es in gewisser Weise verständlich, dass hier Rahmen und Grenzen gesetzt werden mussten.

Und jetzt nach dem Workshop ist es fast schon etwas unbefriedigend, auf die Publikationen zu warten. Aber das hat man ja auch ein Stück selbst in der Hand: Ein Anfang ist dieser Blogpost und ich bin mir sicher, es werden sich nach und nach weitere Möglichkeiten ergeben. So habe ich bereits beim Workshop on E-Learning angefragt und werde (natürlich mit Zustimmung und auch schon ersten Ideen von Sandra und Martin) die Visionen dort vorstellen (sofern der Abstract angenommen wird). Sollte also jemand der anderen Teilnehmer im September nach Görlitz kommen wollen: gern und bitte melden.


Schließlich hoffe ich wie sicher viele Teilnehmer auf ein “L3T’s Work again”, vielleicht nach eben den 18 Monaten (oder dann in 2 Jahren), auf die wir bei gewettet haben. Schwer wird dabei sicher zunehmend die Auswahl der Teilnehmer, da jeder vielleicht noch den ein oder anderen wüsste, der auch kommen sollte, aber es auch nicht zu groß werden darf, um die gleiche persönliche und arbeitsame Stimmung zu schaffen, die ich mir für das nächste Mal wieder wünsche (und natürlich, dass ich auch wieder dabei sein darf).