Give them tools, their mind will follow! oder Warum ich bei OER an den Remix glaube

Mein Kollege Andreas Wittke hat einen sehr guten und daher zurecht gelobten Blogartikel zur OER-Strategie der Fachhochschule Lübeck geschrieben. Den kann man sich ruhig mal durchlesen (wenigstens bis zur Zusammenfassung), widersprechen muss ich ihm aber bei folgender Aussage:

“[…] Das Märchen vom Remix

Ich sage es einfach mal ganz simpel: Es gibt keine Remix-Kultur. Alle Remixes, die es da draussen gibt, sind kleine Ausnahmen, die sehr gerne bei Vorträgen einmal erwähnt werden, aber in der Praxis keinerlei Bedeutung haben. Wir haben bei 400.000 Klicks und ca. 150 Videos einen Remix, von dem wir wissen. […]”

tl;dr

Mag sein, dass sich die “echten” digitalen Remixe derzeit noch in Grenzen halten. Aber ebenso, wie Schreibmaschine Schreiben eine ganze Weile denen vorbehalten war, die eine Ausbildung darin hatten, wird mit kostengünstigeren und – viel wichtiger – leichter bedienbaren Tools eine Menge Potential frei. Erste Ansätze finden sich schon jetzt.

Erstellt mit Spruce

Kopieren, Covern, Remixen

Das Kopieren, Nachahmen, Abwandeln oder ganz und gar neu Zusammenstellen von Werken ist keine neue Kulturtechnik, sondern genau genommen schon ewig ein Weg um zu lernen, sich weiter zu entwickeln und sogar den ursprünglichen Schöpfer zu verehren. Nicht nur in der Malerei, auch in der Musik tragen Coverversionen und Tribute-Alben dazu bei, ohnehin schon gute Klassiker ein technisches und stilistisches “Update” zu verpassen. Und während auch in diesem Jahr die neueste und natürlich bezauberndste Cinderella-Neuverfilmung aller Zeiten erscheint, hat der schweizer Künstler Ursus Wehrli seinen eigenen Weg gefunden, ausgehend von alten Werken neue zu schaffen (sehr sympatisch vorgestellt beispielsweise im TED-Talk, wer nur kurz reinschauen will: bei Minute 3:56 ist ein Beispiel, das alles erläutern dürfte).

Aber schon beim letzten Beispiel bin ich an das Dilemma der heutigen Zeit gestoßen: ich fand bei Flickr und über die Google-Bildersuche keine frei lizensierten Bilder. Im TED-Talk sowie in Blogposts wird davon berichtet, Wehrli habe seine Art, Bilder neu zu ordnen, patentieren lassen (Funfact: auf den Seiten des Berner Amts für geistiges Eigentum findet sich dazu nichts. Liegt es an der Information selbst oder am Digitalisierungsgrad des Amtes?). Um es direkt zu sagen: jemand, der selbst auf dem Bekanntheitsgrad der Werke setzt, die er da neu umsortiert, hat davon selbst keine Bilder zur Weiterverwendung im Netz und erlaubt auch niemand anderem, es ihm gleich zu tun. Das soll kein Vorwurf sein – Wehrli handelt hier schlichtweg im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung und daraus resultierenden Geschäftsmodellen. Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch. Es gibt Bewegungen, die Remixen als generelles Recht für Kunstschaffende einfordern, denn nur so kann sich die Remix-Kultur auch im Digitalen fortsetzen.

Neben den rechtlichen Voraussetzungen und die Aufklärung darüber, was erlaubt ist und was nicht, sind es aber auch technische Barrieren, die das Remixen erschweren. Videos, wie die OER-YouTube-Clips der Fachhochschule Lübeck, müssten für einen Remix geschnitten, mit anderen Videos oder Medien zusammengeführt werden…

Re-Authoring-Tools

Um das Remixen zu erleichtern bzw. für einige Nutzer überhaupt erst zu ermöglichen braucht es Tools, die einfach zu bedienen sind – Stichwort Usability. Und hier ist noch eine Menge Luft nach oben. Medien hochladen ist kein Problem mehr (auch das war Menschen lange Zeit verwehrt, die nicht wussten, was ein FTP-Server ist), auch das Teilen von Web-Fundstücken ist kinderleicht. Aber remixen? Hier gibt es nur einige, oft wenig bekannte Webtools. Eine kleine Auswahl an Leuchttürmen gibt es aber doch. Dabei erhebe ich bei dem nachfolgend genannten Beispielen keinen Anspruch auf Vollständigkeit – im Gegenteil hoffe ich, dass sich die Tools vermehren und das Remixen in die breite Nutzermasse tragen.

Meme-Generatoren

Bild aussuchen, Spruch eintippseln, Meme generieren und teilen. Es ist einfach, es geht schnell. Bitte mehr davon!

Sollte Digitalisierung ein Fehler in der Remix-Kultur sein?

Man muss hierbei natürlich einschränken: in Deutschland wäre das sicher nah oder mittendrin in der Urheberrechtsverletzung, wenn Bilder aus Filmen einfach genutzt werden würden. Aber wenn alles nach deutschem Recht gehen würde… Umso mehr ist das nächste Tool ein ECHTES Juwel.

Spruce

Der Webdienst Spruce sucht in CC-BY-lizensierten Bildern auf Flickr, versieht sie mit Autorenangaben und verbindet sie mit einem Text, der vom Nutzer eingegeben werden kann. Schnell erstellt und dann über Twitter oder Facebook geteilt. Das Tool hat es in meine Lesezeichenleiste geschafft.

Remixe sind keine Bettgeschichten

Pop Up Cranach

So, genau so stelle ich mir ein Tool zum Remixen von Kunst im digitalen Zeitalter vor. Mit Pop Up Cranach können Elemente aus Cranachgemälden miteinander kombiniert werden. Cranach alt wie jung sind lange genug tot, sodass beim Veröffentlichen der Ergebnisse kein Anwalt vor der Tür stehen sollte. Überraschen: die App wurde im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 aus öffentlichen Mitteln finanziert. Es scheint also doch noch Hoffnung für gut investierte öffentliche Kulturförderung zu geben.

Cranach hätte es so gewollt ;)

Ein echter Lorenz, Cranach hätte es so gewollt 😉

Cod1ng Da V1nc1

Als letztes habe ich kein Tool, sondern ein Projekt ausgewählt, das genau solche Tools schaffen soll. Bei diesem Hackathon geht es darum, rund um öffentlich zugängige Daten, Informationen und Medien Ideen zu entwickeln, wie diese weiter und in dieser Kombination in neuen Kontexten verwendet werden können. Die Ergebnisse zeigen: Wir sind noch lange nicht da, wo Remixe ihr volles Potential erfolgen.

Fazit: Remixe Dir Dein eigenes Werk!

Ich finde solche Tools toll. Ich liebe es, mit ihnen zu experimentieren, Blogposts und Tweets damit anzureichern. Je einfacher die Handhabung, umso besser können die Tools von möglichst vielen Internetnutzern eingesetzt werden. Und mit den Tools kommen auch die Ideen.

Eine Grundlage für das rechtssichere Remixen von Medien ist die Erlaubnis dazu. Ein sehr einfacher Weg ist der über Werke, die unter freien Lizenzen stehen. Deshalb ist auch der Weg der Fachhochschule Lübeck richtig und nur konsequent, schließlich haben wir einen staatlichen Bildungsauftrag.

Oder kitschig formuliert: es braucht Jedis, um Märchen wahr werden zu lassen.

Credits

Überschrift in Anlehnung an den Beitragstitel von Martin Lindner (2006): Use These Tools, Your Mind Will Follow. Learning in Immersive Micromedia & Microknowledge Environments. Research Paper for ALT-C 2006: The Next Generation, Edinburgh, Scotland – also auch ein Remix 😀

Advertisements

Powerpoint-Karaoke @KOOK15

Nun bin ich schon fast 3 Monate an der FH Lübeck (wenn man sich das mal überlegt, das ist schon ein viertel Jahr!) und weil ein Jahreswechsel dazwischen lag durfte ich bereits in dieser meiner Startzeit ein Jahres-Kick-Off miterleben – und mitgestalten.

tl;dr

Scrollt einfach nach unten, da findet Ihr die Folien zum Powerpoint-Karaoke (ganz unten als Links, dazwischen ist “nur” das Tutorial). Das ganze natürlich unter CC-BY-SA-Lizenz. Wir wollen doch die Welt ein wenig besser machen.

Kick-Off Online-Kurs 2015 (#KOOK15): Flipped Conference

Die Informationen zu erreichten Zielen 2014 und angestrebten Ergebnissen 2015 wurden im “Flipped Conference“-Format vermittelt: Jeder Institutsbereich hatte in kurzen und sehr abwechslungsreichen Videos diese Daten untergebracht (wir hatten glaube ich um die 7 Tools gezählt, die zur Videoerstellung eingesetzt wurden) und so war zum Kick-Off selbst viel Freiraum für interaktive Formate. Und was haben wir gemacht? BarCamp und Powerpoint-Karaoke \m/

Obwohl nur ein kleiner Teil der Kollegen zuvor an einem BarCamp teilgenommen hatte, wurden tolle Themen in der Sessionplanung vorgeschlagen: vom berufsbegleitenden Studieren, Logo-Vorstellung für unsere neue MOOC-Plattform mooin, NFC, über Rückenschule, Freizeitgestaltung der Kollegen bis hin zu Visionen über das Lernen und Lehren 4.0 oder Lübeck für Neulinge.

Mit Powerpoint-Karaoke sollte zum informellen Teil des Abends übergeleitet werden. Und da ich das schon einmal gemacht hatte, war ich sofort zum Experten erkoren und na klar war ich bereit, hier entsprechend etwas vorzubereiten. In einer Montagsbildung davor habe ich versucht, die wichtigsten Punkte dazu rüber zu bringen – natürlich auch in Form einer PPT-Karaoke.

 

Powerpoint-Karaoke Slides

Bei der Vorbereitung habe ich vor allem Fotos von Flickr verwendet (alle bis auf eins, das stammt aus meiner eigenen Sammlung). Die Themen sind natürlich ganz zufällig mit gewissen Grundfragen von oncampus verbunden 🙂 Was ich hier leider nicht dokumentieren kann: die grandiose Umsetzung der Kollegen! Da hatten einige ganz grandiose rhetorische Keulen hervorgeholt, gemeinsam präsentiert und abstruse Zwischenfragen gestellt – obwohl ich nicht “mitspielen” durfte, habe ich mich sehr amüsiert.

Da ich dabei auf die CC-Lizensierung geachtet habe, kann ich die Slides unter CC BY-SA bereit stellen. Viel Spaß damit!

[Workshop] Offen für alle! OER und MOOCs als Weiterbildungstrends #q2p

Logo Q2PAls Abschluss meiner “Conference Summer Tour 2014 – 3 Konferenzen in 7 Tagen” (#oerde14, #delfi2014 und #q2p) schaue ich noch im benachbarten Dresden vorbei. Offenheit und Hochschulen passt zwar ideell gut zusammen, in der Realität aber nur selten… AUßERDEM moderiere ich dort das Micro-Barcamp

Aktuell kann kaum bezweifelt werden, dass MOOCs (Massive Open Online Courses) oder OERs (Open Educational Resources) zu den vielversprechenden Trends im E-Learning gehören. Fast täglich erscheinen Berichte über MOOCs in wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder in traditionellen Massenmedien. Nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen (z.B. der Stifterverband der deutschen Wissenschaft oder die OECD) sprechen sich öffentlich und mit deutlicher Vehemenz für MOOCs aus. Etablierte Wirtschaftsunternehmen wie die Deutsche Telekom AG bringen sich in Stellung, um am Erfolg von MOOCs teilzuhaben. Die großen amerikanischen Anbieter von MOOC-Plattformen haben Risikokapital in zweistelliger Millionenhöhe eingeworben, um ihre Angebotspalette und Zielgruppe zu erweitern. Was jedoch steckt hinter dem Hype? Welche Ideen werden damit verfolgt? Wie können MOOCs und/oder OER im Hochschulbetrieb eingesetzt werden? Welche Vorteile ergeben sich insbesondere für den Bereich des Lebenslangen Lernens? Diese und andere Fragen werden innerhalb des Workshops thematisiert.

Wann und wo?: Freitag, 19.09.2014 um 12:45 14:30 Uhr, DIU Dresden International University

Referenz: Fischer, Helge; Lorenz, Anja; Franken, Oliver (2014): Offen für alle! OER und MOOCs als Weiterbildungstrends. In: Workshop auf dem Q2P-Forum “Visionen für die digitale Weiterbildung”, Medienzentrum Dresden, 2014.

[Panel] Open Educational Ressources und ihre Rolle an Hochschulen – Unter welchen Bedingungen Hochschulen OER nutzen, erzeugen und bereitstellen #OERde14

Logo OERde14Mein erstes Panel! Und dann noch zu diesem tollen und wichtigen Thema mit so tollen Gesprächspartnern! Bestimmt 100mal besser als AnneWill & Co.!

Hochschulen haben ein schwieriges Verhältnis zu Open Educational Ressources. Während sie einer der wichtigsten Akteure der Nutzung und Produktion sein könnten, so führen Unsicherheiten bei rechtlichen Fragestellungen sowie fehlende Anreize, Inhalte öffentlich bereit zu stellen, oftmals zu keiner aktiven Beteiligung auf diesem Feld. Der Beitrag möchte Unterschiede in der Beteiligung, Hindernisse aber auch Anreize und Beispiele entsprechender Aktivitäten an Hochschulen vorstellen und diskutieren und dabei auch einen Blick auf den europäischen Kontext werfen. Auch wird die Frage nach einer OpenContent-Strategie für Hochschulen gestellt und dabei die Rolle von Akteuren wie z.B. Zentren betrachtet.

Wann und wo?: Samstag, 13.09.2014, 13:00–13:45 Uhr im Raum Shakespeare (2. OG), Urania Berlin

Referenz: Bremer, Claudia; Deimann, Markus; Ehlers, Ulf-Daniel; Schmidt, Markus; Lorenz, Anja (2014): Open Educational Ressources und ihre Rolle an Hochschulen – Unter welchen Bedingungen Hochschulen OER nutzen, erzeugen und bereitstellen. Podiumsdiskussion auf der OER-Konferenz 2014, Berlin. (Slides von Anja)

ReBlog: Mit SOOPAL in die xMOOC-Welt

[Hinweis: Der unten stehende Text wurde bereits auf der Impulswerkstatt Lehrqualität der Universität Freiburg veröffentlicht.]

In Sachsen experimentieren wir wieder. Vielleicht können sich noch einige Blog-Leser/innen an den SOOC erinnern, über den wir auch hier schon berichtet hatten. Diesem cMOOC gönnen wir nach zwei doch recht erfolgreichen Durchläufen eine Pause (das ist euphemistisch für “das Projekt und dessen Finanzierung sind zunächst abgeschlossen, weitere Durchläufe schließen wir aber nicht aus, nur erst einmal nicht jetzt”, derweil kann man aber gern in den Publikationen zum SOOC schmökern). Aber ruhiger wird es deswegen bestimmt nicht…

SOOPAL

Mit dem SOOPAL (kurz für Saxon Open Online Course in OPAL) soll in einem “Schwesterprojekt” mit leicht veränderter Besetzung nun die xMOOC-Welt erschlossen werden. Plattformen wie Coursera, edX und iversity ziehen derzeit mit Offenen Online-Kursen aus Stanford und Co. die Aufmerksamkeit auf sich, haben aber auch einigen ersten Problemen in ihrem Geschäftsmodell nicht aus dem Weg gehen können. Aber das wird schon noch.

In Sachsen versuchen wir hier auf zweierlei Wegen einen nachhaltigen Weg hin zum Angebot offener Online-Kurse zu gehen.

  1. Wir verwenden zur Umsetzung des Kurses unser hochschulübergreifendes Lernmanagementsystem (LMS) OPAL, das allen sächsischen Hochschulen zur Verfügung steht und das über die letzten Jahre hinweg gemeinsam aufgebaut wurde. Um hier einen xMOOC durchführen zu können, musste diese aber auch Lernende über die Grenzen Sachsens hinaus zugänglich sein. Das haben wir bereits umgsetzt.
  2. Um das erste Experiment mit Inhalt zu füllen, greifen wir auf Open Educational Ressources zurück. Hier nutzen wir beispielsweise Texte aus dem Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (L3T, auch hierüber gab es an dieser Stelle schon Lesestoff), aber auch Contents aus früheren sächsischen Projekten, die sich in ihrer Schublade schon jämmerlich langweilten. So wurden beispielsweise einige Videos der Webinarreihe Q2P in Absprache mit den Referenten nachlizensiert.  Continue reading

[SOOC1314] Post-Halbzeit

OMG! by Tama Leaver (CC-BY)

Tja, so kurz nach dem “Bergfest” des SOOC1314 und so kurz vor dem MOOCCamp13 prokrastiniere ich gerade durch das Lesen von SOOC-Beiträgen der Teilnehmer, “erwische” mich in Begeisterung und fühle mich zum Zwischenfazit genötigt. Ich hatte hier meine Erwartungen an den neuen Durchlauf formuliert (wagemutig, wie ich bin) und was steht da?

Wir haben mit diesem zweiten Durchlauf die Möglichkeit, die Erfahrungen aus dem SOOC13 anzuwenden und zu professionalisieren. Wir wissen, wann welcher Beitrag erscheinen muss, wir haben die Experten diesmal schon vor dem Kurs angefragt (das war tw. eine sehr kurzfristige Angelegenheit im letzten Semester), wir haben wieder kompetente HiWis…

Zwischenfazit: Check. Wir haben wöchentliche Skype-Meetings, in denen wir die Aktivitäten für die nächste Woche durchgehen. Darin sind standardmäßig Aspekte, wie “Fazit schreiben” oder “Experten briefen” enthalten. Die HiWis sind weiterhin kompetent und fit, wir haken nur ab 🙂

Auch unser StreifSOOC zeigt das deutlich: wir sind parallel zum SOOC auf einigen Konferenzen unterwegs. Das war im letzten Durchlauf undenkbar und ich hatte ein irre schlechtes Gewissen, als ich im Juli das Team für die EduLearn “allein gelassen” hatte. Heute schmeißen die HiWis währenddesssen den Laden. Toll!

Eigentlich würde ich gern das erreichen, was man bei “regulären” Präsenzkursen auch bei der Wiederholung schafft: Die nervigen formale und trockenen Aufgaben effizienter bewältigen und dafür Zeit haben, kreativ die Inhalte zu aktualisieren. Ich denke aber, dass wir im SOOC stärker noch als in der Präsenzlehre von der Zusammensetzung der Teilnehmer abhängig sind – und genau das macht es auch so spannend.

Joah, da geht glaube ich auch ganz gut. Die Badges erleichtern den Dresdner Mädels die Bewertung, die ersten Feedbacks sehen das auch positiv. Leider springen uns die Inputgeber/Zusammenfasser seitens der Teilnehmer etwas ab, aber ab und an kommen auch hier die Beiträge und wenn sie kommen, sind sie wirklich gut… wenn jetzt noch die Uni-Bürokratie naja man kann auch nicht alles schaffen…

Als der letzte SOOC13 geendet hatte, wünschte ich mir für den zweiten Durchlauf, dass ich nicht mehr versuche, alle Beiträge zu lesen. Das habe ich immer noch im Hinterkopf, denke aber fast, dass es mir nicht leicht fallen wird. Mal schauen, was über den Kursverlauf damit wird…

Nicht alle Beiträge lesen… ich habe seit vor der Online Educa in Berlin, d.h. seit einer Woche kaum Blogposts gelesen. Das krasse:

Screenshot von Feedly nach einer Woche Nichtlesen

Screenshot von Feedly nach einer Woche Nichtlesen

(und dabei habe ich schon eine Hand voll Artikel wieder gelesen, ehe ich auf die Idee gekommen war, den Screenshot zu machen.) Und ich WILL die eigentlich auch lesen. Und ich schaue jetzt nachts die Aufzeichnung des ExpertenTalks mit @gibro, bei dem ich leider nicht online sein konnte. Ist es jetzt mein Problem, oder das der anderen Lehrveranstaltungen, die mich nicht so einnehmen? Dazu muss ich sagen: 40+ Beiträge schrecken mich nicht ab ^^.

Na gut, dann pack ich mal meine Sachen für die nächste Station des StreifSOOC: Wir fahren zum MOOCCamp nach Frankfurt!

Logo MOOCCamp13

“L3T 2.0” oder “Wie soll ich nur traditionelle Publikationen je wieder ernst nehmen?”

tl;dr

L3T 2.0 in 7 Tagen: Check!

Rückblick

Ich habe gerade meinen Blogpost zur Veröffentlichung von L3T 1.0 wiedergefunden (Link) und musste etwas schmunzeln:

“[…] Martin und Sandra haben wirklich ein Wunder vollbracht, nicht nur was die Organisation der Kapitelverteilung und -gutachten angeht (116 Autoren, 80 Gutachter), sondern auch wenn man die kurze Zeitspanne betrachtet, in der das Buch fertig gestellt wurde: In nicht einmal einem Jahr wurden 48 Kapitel erstellt, begutachtet, gelayoutet und “ganz nebenbei” noch Videos, Bookmarklisten und sogar iPhone und iPad-Apps erstellt (Android folgt). Daber wurde die gesamte Bandbreite des Social Webs genutzt (FacebookTwitterVodpodFlickrSlideshareCiteULikeMister Wong). Auf der Learntec wurde mit einer sehr hübschen Prezi-Präsentation von der kurzen “Geschichte” des Buches berichtet und es war auch schön, einige Autoren dort zu treffen. Parallel lief ein Online-Flashmob. […] “

“nicht einmal ei[n] Jahr”…

Nachdem ich in den letzten zwei Tagen versucht habe, ein wenig aufzuholen und die nächste Woche vorzubereiten, habe ich diese vielen tollen Beiträge gelesen, in denen das Go-Live der zweiten Auflage von L3T berichtet wird – und einen eigenen ganz vergessen (banghead) ← ich vermisse Skype-Smileys für Blogs.

Die Veröffentlichung

… war etwas ganz besonderes, wie damals zur ersten Ausgabe. Dieses Mal gab es eine Pressekonferenz, bei der auch von Camp zu Camp geschalten wurde (und ich weiß immer noch nicht, was an einer nicht-standhaften WebCam so besonders ist… andere bekommen da Oscars für 😉 ).

L3T 2.0 – Abschlusspräsentation / -pressekonferenz von Martin Ebner (CC-BY)

Funfact: Obwohl meine Kolleg/inn/en von dem Projekt wussten, haben sie mich tw. hinterher trotzdem gefragt, wann das denn jetzt herauskommt 😀

L3T 2.0 in Zahlen

Dann vergleichen wir das Ganze mal…

1. Ausgabe 2. Ausgabe Vergleich
Kapitelanzahl 48 59 +11 (+23%)
Seitenzahl* 452 592 +140 (+31%)
Autor/inn/enzahl 115 140 +25 (+22%)
Gesamtmitwirkende über 200 268
Preis* (Farbe, Hardcover) 129 € 199 € +70€ (+54%)

*Bei den Seitenzahlen wurde auf die Print-Version von ePubli zurückgegriffen, beim Preis die jeweiligen Ausgaben bei BoD und ePubli verglichen

Ich habe gerade überlegt, ob ich die letzte Zeile wieder löschen soll, aber ich hatte die Verzerrung übersehen: 54% Preissteigerung dafür, dass 131% des Buches überarbeitet wurden (gemessen an den Seitenzahlen) halte ich für ziemlich fair. Klar, 199€ sind ein Batzen Geld, aber (und das bleibt das Beste an L3T): Alle Kapitel stehen OpenAccess unter CC-BY-SA-Lizenz und sind aktuell als PDF (geplant sind noch HTML und ePub) kostenfrei downloadbar – und wurden bis jetzt auch schon über 3000mal heruntergeladen. Außerdem kann das Buch auszugsweise bestellt werden, d. h. man lässt sich nur die Kapitel binden, die man haben möchte.

Und ich so?

Anstoßen in Chemnitz

… ich hatte im Projekt L3T 2.0 mehrere Rollen: Ich war Camp-Leiterin in Chemnitz, habe Reviews koordiniert und selbst einen Artikel gereviewt (schließlich musste ich wissen, was die Reviewer erwartet), gelayoutet, mir von Ute erklären lassen, wie sie L3T in die Fachdatenbanken einbringen kann, mit ihr zusammen überlegt, wie sich L3T mit den Regularien der VG Wort zusammenbringen lässt, mit Tracy zusammen die schräge Online-Stunde veranstaltet und… Kuchen “gebacken”.

Kalter Hund, L3T-Style

Achja, und unsere beiden Artikel überarbeitet (Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass nur kleine Teile geändert wurden, waren eben schon gute Beiträge ^^):

Ganz nebenbei habe ich von den Bibliotheksmitarbeiter/inne/n eine Menge gelernt. Die machen nämlich noch sehr viel mehr, als Bücher auszuleihen und mir zu schreiben, dass ich jetzt mal wieder eins abgeben muss (Universitätsverlag, OpenAccess-Support, OJS-Bereitstellung, Qucosa…). Ich hoffe, dass ich mit den tollen Mitarbeitern dort noch lange in Kontakt bleiben werde.

Und jetzt?

Ich gewöhne mich wieder ein wenig dran, nicht mehr bei der Arbeit beobachtet zu werden (während der Camps konnte man uns per stehender Videokonferenz zuschauen), normal zu schlafen (das klappte noch nie sehr gut) und zu essen (t.b.d.). Aber ich muss das auch: Die GMW13 steht an, bei der wir mit einem Workshop “#SOOC13 Stationen eines MOOC: Kofferpacken für Massive Open Online Courses” und einem Vortrag “(Wissens-)Kooperation und Social Media in Forschung und Lehre” aus dem eScience-Netzwerk vertreten sind. Außerdem bietet es sich ja geradezu an, im EduCamp ein L3T-Klassentreffen zu veranstalten und allen Interessierten davon zu berichten (hier geht es im Etherpad schon mit dem Brainstorming los). Außerdem schaue ich vielleicht mal bei den Bildungsäpplern vorbei… aber das ist alles erst (und nur) nächste Woche…