Twitter down this Wall!

Das eScience-Netzwerk Sachsen, dem ich bis Ende Mai mit dem Projekt CELePro angehörte (Dokumentation der Ergebnisse ist in Arbeit), präsentiert sich auf der diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaften in Dresden. Was wir dort machen? Steht im Programm (Suchwort eScience):

18.00 – 22.00 Uhr: Das eScience – Forschungsnetzwerk Sachsen stellt sich vor
18.00 – 22.00 Uhr: Twitter-Wall zur Langen Nacht der Wissenschaften
18.00 – 21.30 Uhr: Akronyme basteln (Kinderprogramm)
20.00 – 21.30 Uhr: Online-Speed Dating mit Wissenschaftlern
20.00 – 21.30 Uhr: Typberatung für eScientists (und solche die es werden wollen)

Da ich selbst am Freitag nicht dort sein kann, hatte ich angeboten, bei weiteren Vorbereitungen zu unterstützen. Eine Aufgabe war auch schnell gefunden: Twitterwall? Kein Problem! Aber…

Es gibt viele Tools für Twitterwalls, oder besser gesagt: es gab sie. Nach der Twitter-API-Anpassung hat es hier einige erwischt, die nicht mehr erreichbar sind (wie einige aus dem Post von Monika König). Nun wollte ich meinen Kollegen eine Liste mit Einschätzungen schicken, aber man muss es wohl mal gesehen haben, also ein Word-File mit Screenshots? Nee, dann lieber gleich bloggen. Also mal schauen, was denn noch geht. Als Anforderungen habe ich so ziemlich die gleichen wie Monika König: möglichst kostenlos, einfach, hübsch und man soll sich während der langen Nacht der Wissenschaften nicht drum kümmern müssen.

Tweetbeam

2013-06-21_142201Hier kann ich gleich loslegen und einen Hashtag eingeben, Anmeldung ist nicht nötig, aber möglich. In letzterem Fall kann man Suchen speichern und das ganze noch konfigurieren (nur deutschsprachige Tweets, User oder Wörter blocken oder ReTweets ausschließen). Schön ist das Kachelsystem, das aber leider die Reihenfolgen beachtet. Leider ist Silverlight im Chrome manchmal gecrasht und auf meinem Android Tablet läuft es auch nicht (wir hätten vielleicht einen TouchTable dort, weiß aber nicht, womit der läuft). [UPDATE] Tweetbeam hat auf HTML5 umgestellt (mehr Informationen).

Kostet nix, Link: http://www.tweetbeam.com/

Twitterwall.me

Twitterwall.meMit Twitter-Account anmelden und los geht es. Einfaches, aber klares Design, keine Einstellungsmöglichkeiten, für uns aber wohl ausreichend. Leider schneidet die Darstellung die Beiträge manchmal ab.

Kostenlos, Link http://twitterwall.me/

Twitterfall

TwitterfallAnmeldung nötig (muss dannTwitter-seitig aufräumen). Das Design ist vielleicht nicht ganz so sexy wie das anderer Tools, aber tolle Funktionen: nach mehreren Hashtags, in eigenen Listen oder ausschließlich der eigenen Timeline suchen, auf eine bestimmte Region einschränken u.v.m. Die Links rutschen manchmal über das Panel hinaus, aber wir wollen da ja eh nicht draufklicken.

Kostenlos, Link: http://twitterfall.com/

Tweetwally

Tweetwally

Einfach, hübsch, kann in der Farbgebung etwas angepsst werden, gefällt mir gut. Einzig die Aktualisierungszeit ist etwas lange (ca. 2min). vor der Wall rumstehen und schauen, wie der Tweet einläuft wird also sehr langweilig werden.

Kistenlos, Link: http://tweetwally.com/

Twitter-Widget

Twitter WidgetDie banalste, aber vermutlich beste Lösung: Twitter-Widget bauen und auf einer Webseite einbetten. Damit würde die StrAPIgie von Twitter aufgehen, aber hier gibt es dann auch vernünftige Antwortzeiten…

Link: Über die Twitter-Einstellungen.

Weitere Apps, die leider nicht passen

LiveTweetApp

Screenshot

Screenshot

… reagierte auf meine Followerpower-Anfrage. Klar schaue ich es mir an 🙂  Leider passt es für uns nicht, da man die Tweets, die gezeigt werden sollen, erst freigeben muss. Ist wohl eher was für sensible Themen…

In der Basic-Variante kostenlos. bemerkenswert: ich wurde per Mail kontaktiert. Roter Teppich und so. Link: http://www.livetweetapp.com/

Fazit

Twitterfall, Tweetwally und das Twitter-Widget scheinen für unsere Zwecke geeignet zu sein. Insgesamt ist es wohl üblich geworden, die Verknüpfung mit dem Twitter-Account zu fordern. Ob das wirklich auf die API zurückzuführen ist oder da doch jemand gern das liest, was ohnehin im Internet steht (ja, ich weiß, man kann dann bessere Auswertungen fahren) weiß ich nicht.

Gibt es weitere empfehlenswerte Twitter-Wall-Dienste?

(BTW: hübsches neues WordPress Backend, muss mich aber noch dran gewöhnen).

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Die Followerpower funktioniert doch!

Yippie, es hat geklappt! Mein Glaube an die Followerpower ist wieder hergestellt!

Im SOOC13 hatten wir die Teilnehmer zu einem Experiment animiert (http://www.sooc13.de/programm/themenblock-i/):

  1. Gehen Sie auf http://de.wikipedia.org/wiki/W… und klicken Sie links unter dem Logo auf zufälliger Artikel. Welcher Artikel erscheint? Kennen Sie jemanden, der sich damit auskennt? Versuchen Sie über einen Tweet, jemanden zu finden, der sich damit auskennt, bspw. “Kennt sich jemand aus mit BEGRIFF #sooc13 #conexperiment #followerpower“. Notieren Sie die Antwort im Etherpad.
  2. Obwohl ich immer noch denke, dass es eine gute Idee war, lief das Experiment nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte…
  3. Gründe dafür wurden sogar in den Blogbeiträgen der Teilnehmer gesucht…
  4. Heute, am Pfingsmontagabend, wollte ich einen neuen Versuch starten UND DER HAT SOGAR GEKLAPPT!!!
  5. Ich gebe das #conexperiment nicht auf: War schon mal jemand in #Merten (#Bornheim)? #followerpower ow.ly/ldGfy #sooc13
  6. @anjalorenz Leider nur in Frankfurt-Bornheim. 😦 de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt… #followerpower #sooc13
  7. @mons7 danke, das ist aber schon einmal ein Anfang 🙂
  8. @anjalorenz In Bornheim, liegt zwischen Köln und Brühl. Im Umland wird viel Gemüse, vornehmlich Kohl, angebaut 🙂
  9. @anjalorenz ja. melde schon mal fort gewesen zu sein. liegt vor der bonner haustuer
  10. @anjalorenz sorry. nicht ‘fort’ sondern ‘dort’ in b-merten. h. boell hat fort gelebt
  11. @e_trude @anjalorenz hallo ellen. merten liegt zwischen bruehl und bonn. das ist damit weiter suedlich. ok. bin pingelig.
  12. @ralfh @anjalorenz Kommt drauf an, von wo man kommt 🙂 Also auf meiner Fahrtstrecke von Köln Richtung Euskirchen einfach nur nach links
  13. @e_trude @anjalorenz von bonn aus einfach nur nach oben. da wo es spargel obst und erdbeeren gibt ist man ungefaehr richtig.
  14. @ralfh @anjalorenz Genau, und damit aus allen Richtungen richtig, also nicht zu verfehlen.

Besonderen Dank an Ellen und Ralf. Ohne weiter recherchiert zu haben, weiß ich jetzt also: in Merten wird viel Kohl Spargel, Erdbeeren, also generell viel Obst/Gemüse angebaut, es liegt zwischen Bonn und Brühl, aber auch Richtung Köln 😉

Hey #followerpower, was ist los mit Dir?

Liebe #followerpower,

Du warst oft sehr nett zu mir. Du hilfst mir, wenn ich nicht weiß, wo ich suchen soll. Du zeigst mir, dass die Welt nicht schlecht ist und es Menschen da draußen gibt, die mir helfen, obwohl ich  sie nicht kenne. Du bist es, weshalb ich die Idee des Konnektivismus verstehe – zumindest dachte ich das. Ich habe an Dich geglaubt und für den SOOC13 ein Experiment erdacht, dass den Teilnehmern zeigen sollte, wie toll Du bist. Aber Du warst nicht da. Aber ich habe es wohl einfach übertrieben. Und ich habe die Ausmaße von Wikipedia unterschätzt.

tl;dr

Einfach auf Twitter nach der Followerpower rufen scheint wenig erfolgreich zu sein. Und dabei hatte ich mir das als ein so tolles Experiment vorgestellt 😦

Das Experiment

Im SOOC13 widmet sich der erste Themenblock den Grundlagen zum Lernen 2.0. Ganz vorn mit dabei ist natürlich die Idee des Konnektivismus und der damit verbundenen Netzwerke, die in Zukunft immer wichtiger sein sollen. Ich fand die Idee gut, dass die Teilnehmer dieses Netzwerkwissen selbst erleben sollten und so ist mir (zu später Stunde) folgendes Experiment eingefallen:

Gehen Sie auf http://de.wikipedia.org/wiki/W… und klicken Sie links unter dem Logo auf zufälliger Artikel. Welcher Artikel erscheint? Kennen Sie jemanden, der sich damit auskennt? Versuchen Sie über einen Tweet, jemanden zu finden, der sich damit auskennt, bspw. “Kennt sich jemand aus mit BEGRIFF #sooc13 #conexperiment #followerpower“. Notieren Sie die Antwort im Etherpad.

Ich fand die Aufgabe gut, das SOOC-Team fand die Aufgabe gut. Ihr dürft alle auch gern mitmachen. Aber was wurde draus?

Followerpower kaputt?

Es ist ja die erste Woche und ich habe mich riesig gefreut, dass sich überhaupt jemand an die Aufgabe gewagt hat, zumal vielen der Umgang mit Twitter auch neu ist und es ihnen gewiss nicht leicht gefallen ist. Aber was zum T… hat sich Wikipedia denn bei diesen Themen als Zufallsartikel gedacht? Die ersten Berichte zum Experiment führten zu folgenden Themen:

  • Die Geschichte Osttimors (zum Tweet): Es gab 1 RT (von mir, man will ja Starthilfe leisten), und es gab eine (mehr oder weniger zufriedenstellende) Antwort: @sunsurfer428 wusste, dass es der erste Staat war, der im 21. Jhd. unabhängig geworden war.
  • Josephines Mondschnecken (zum Tweet): Ein RT von mir, der wiederum 2mal retweetet wurde (einmal davon von Nina, einer anderen SOOC-Gastgeberin). Keine Antwort.
  • Río Mizque (zum Tweet): Den hatte ich selbst über Wikipedia ermittelt. Ich hatte sogar die Fragestellung etwas verändert. Keine Reaktion.
  • Jugger (zum Tweet): Ich habe Retweetet, keine Antwort. Es gibt auch einen Blogartikel dazu.
  • Gönpawa Wangchug Gyeltshen: Bei diesem Begriff kam es gar nicht erst zu einem Tweet. Dr. Carsten Weiß hat stattdessen über seine Aktivitäten gebloggt, die ihn schließlich zum Abbruch des Experments gebracht hatten.

Was ist da schief gelaufen? Ist etwas schief gelaufen?

zum Bild

FAIL stamp by Hans Gerwitz (CC-BY-SA)

Erst einmal: ich hätte vielleicht wirklich ein paar mal ernsthaft auf den “Zufälliger Artikel”-Link klicken sollen. Hätte ich die oben stehenden Begriffe erwischt, hätte ich auch gleich gedacht: na das wird nix. Und dennoch scheint es einige Faktoren zu geben, die das Gelingen dieser Aufrufe begünstigen oder hemmen. ACHTUNG: nachfolgende Punkte entstammen rein subjektiven Eindrücken, den ersten Resümees der Teilnehmer oder argumentativ nachvollziehbaren Schlussfolgerungen und sind nicht empirisch belegt (es wäre interessant zu sehen, ob sie belegbar wären… kann da jemand mal einen Artikel dazu schreiben? #followerpower):

  • Man braucht Follower. Wenn keiner zum Krieg geht, wenn man in den Wald hineinruft, dann fällt auch kein Baum um. Oder so ähnlich… Ohne das Netzwerk kann es keine konnektivistischen Effekte geben, ganz klar. deshalb habe ich die Tweets auch oft retweetet, auch wenn es bisher nicht wirklich viel gebracht hat.
  • Man braucht die richtigen Hashtags. Neben der Followerpower, die den Lesern gleich klar macht, dass man Hilfe braucht, sind das themenspezifische Hashtags, die man aber oft auch nicht kennt. So hätte es bei Jugger vielleicht einen Hashtag zum Landesverand gegeben oder so.
  • Man braucht die richtige Zeit. Ich selbst habe das Gefühl, dass ich morgens, kurz nach dem Mittagessen und abends die meisten Rückmeldungen auf Twitter erhalte. Es ist auch logisch: morgens fährt man zur Arbeit und hat nebenbei Zeit zum Tweets lesen. Oder man macht das zum Frühstück, beim Zähneputzen, noch im Bett… Nach dem Mittagessen braucht man auch etwas Zeit zum Warmlaufen und nach dem Feierabend ist dann auch wieder Zeit.
  • Man braucht auch etwas Glück. Wir folgen Menschen, die in irgend einer Art und weise für uns interessant sind. Wenn man nun aber ein ganz anderes Thema einstreut und dann feststellt, dass das die eigenen Follower auch interessiert, sagt man immer, dass die Welt doch sehr klein ist. Und was für ein Zufall und so. Und so ist es auch.

Meinungen der Teilnehmer

Auf dem Blogs der Teilnehmer kann man folgendes Lesen (wertungsfrei zitiert):

von Kevpa (Jugger):

Ergebnis: Leider hat es bis jetzt nichts gebracht und es wäre bei einer Frage, die schnell beantwortet werden muss sehr fatal darauf zu warten. Jedoch bin ich offen für Neues und finde diese Art der Informationsbeschaffung auch nützlich. Vielleicht bräuchte ich auch einige Follower, die dann meinen Tweet sehen.

Jedenfalls bin ich weiter gespannt, was und wie sich hier “unser” Experiment entwickelt!

von nils_von@sooc13 (die Geschichte Osttimors):

Mein Resümee ist also: Wenn ich etwas über ein bestimmtes Thema wissen möchte, dann helfen mir die sogenannten “sozialen Medien” nicht viel weiter, sondern schaue in den bekannten Quellen nach, oder suche in der Fachliteratur.

Aber was war den auch passiert?

Man könnte jetzt sagen, ich rede es mir schön, aber wenn man sich die zugehörigen Blogposts mal anschaut, so hat sich jeder dieser ersten Reflexionen gezeigt, dass sich die Teilnehmer selbst doch sehr mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Der Blogartikel von Dr. Weiß zum Artikel “Gönpawa Wangchug Gyeltshen” hatte das auf beeindruckende Weise gezeigt: Über den Wikipedia-Artikel hatte er in der Versionsgeschichte herausgefunden, wer diesen Artikel mit verfasst hatte. Einen Hauptautor hatte er sogar auf Twitter gefunden, dann aber (verständlicherweise) nicht angeschrieben, da die Tweets zu alt und sein Interesse ja nur am Rande echt war. Er hatte Publikationen auf Amazon gefunden und herausbekommen, dass die Meinung um diesen tibetanischen Geistlichen auf Wikipedia wohl stark auseinander gingen. Auch ein zweiter relevanter Experte schien aufgrund seiner Abneigung gegen den Wikipedia-Eintrag kein sehr guter Ansprechpartner für das Problem zu sein… und das alles in 20 Minuten, wie Dr. Weiß schreibt.

Ist das nichts? Mich beeindruckt das schon, auch wenn es mit dem ursprünglichen Ansatz nur wenig zu tun hat. Ich glaube, ich versuche da mal anzusetzen. Vielleicht versuche ich noch das ein oder andere mal das Experiment mit einem anderen Beitrag fortzusetzen. Ich glaube an Dich, Followerpower 😉

Und dann auch noch das…

Nachdem mein erster Aufruf nicht sehr erfolgreich geraten war, machte ich einen zweiten Versuch, bei dem mir der Mund offen stehen blieb:

[tweet https://twitter.com/anjalorenz/status/334791003926048769]

Vielleicht habt Ihr Lust, Euch auch einmal in dem Experiment zu versuchen. Oder Ihr habt Vorschläge, das von vorn herein zu verbessern. Dann gern her damit!